Stipendien für Auszubildende aus Ruanda

Angehende Mediengestalter des Kwetu Film Instituts absolvieren Praktika in Deutschland

Für Blaise Tuyisenge, 22, und Idriss Gasana Byiringiro, 25, aus Ruanda ist es eine einmalige und große Chance: Die angehenden Mediengestalter lernen bei der Filmproduktion Fruitmarket und beim Kameraverleih Ludwig in Köln die Abläufe in der TV- und Filmbranche von ganz nah kennen. Die Westerwelle Foundation hat es den jungen Ruandern durch Stipendien möglich gemacht, für zwei Monate nach Deutschland zu kommen und hier Praktika zu absolvieren. Die Praktika finden im Rahmen der Mediengestalter-Ausbildung des Kwetu Film Instituts in Kigali statt. Die Westerwelle Foundation kooperiert zu diesem Zweck mit dem Europäischen Filmzentrum Babelsberg, einem Förderer des ruandischen Film Instituts.

Der Filmemacher Volker Schlöndorff, Vorstand des Europäischen Filmzentrums Babelsberg und  Schirmherr des Kwetu Film Instituts, freut sich sehr über die Kooperation: „Seit Jahren arbeite ich mit der Filmschule in Ruanda, damit die Studenten dort lernen, ihre eigenen Geschichten in ihrer eigenen Sprache in ihrer eigenen erzählerischen Tradition zu erzählen. Nun kommen die ersten Praktikanten nach Deutschland, nicht als Flüchtlinge, sondern dank der Westerwelle Stiftung als Geladene, denen wir neue Berufschancen eröffnen wollen. Im Sinne des dualen Ausbildungssystems werden sie nach dem theoretischen Unterricht dort nun im Praktikum hier bei deutschen Produktionsfirmen eingesetzt werden.“

Die modulare Mediengestalter-Ausbildung am Kwetu Film Institut ist auf zwei Jahre ausgelegt. Sie orientiert sich am deutschen dualen Modell mit einem starken Praxisbezug und einem Fokus auf die Bereiche Film, Fernsehen und Internet. Die Auszubildenden sollen sich zu teamfähigen und flexiblen, verantwortungsbewussten und selbständigen Absolventen entwickeln mit soliden Grundkenntnissen und zukunftsfähiger Spezialisierung. Als Dozenten fungieren erfahrene Praktiker aus Deutschland, deren Rolle in der Zukunft – nach speziellen „Train-the-Trainer“-Kursen – afrikanische Fachleute übernehmen sollen.

Die Stipendiaten aus Ruanda erhalten durch ihren zweimonatigen Lernaufenthalt in Deutschland Einblicke in produktions- und wirtschaftliche Prozesse der TV- und Filmbranche. Die Westerwelle Foundation möchte sie damit unterstützen, aus ihrem Talent auch ein tragfähiges Wirtschaftsmodell zu machen. Durch ihr Praktikum in Deutschland sollen sie sich Wissen und Erfahrung aneignen, die sie in ihre Heimat weitertragen können. Damit setzt die Westerwelle Foundation einen Impuls für internationale Begegnung und trägt zur beruflichen Bildung der Absolventen bei.