Berlin Africa Economic Forum 2015

Experten aus Afrika und Deutschland diskutieren über Migration und die Rolle der Wirtschaft

Gemeinsam mit dem Afrika Verein der deutschen Wirtschaft hat die Westerwelle Foundation am 1. Dezember 2015 das Berlin Africa Economic Forum als Hauptpartner veranstaltet. Thema der eintägigen Konferenz in der Landesvertretung Hamburg war „Germany, Africa and Migration – the Role of Business“. Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie zahlreiche afrikanische Botschafter diskutierten über die Herausforderungen und Chancen angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte und die Gründe für Migration von und innerhalb des afrikanischen Kontinents. Dabei wurde insbesondere der Aspekt der Möglichkeiten des privatwirtschaftlichen Sektors beleuchtet.

Alexander Vogel, Leiter des Büros der Westerwelle Foundation, und Christoph Kannengießer, Geschäftsführer des Afrika Vereins der deutschen Wirtschaft, eröffneten gemeinsam mit dem Leiter der Landesvertretung Hamburg, Steffen Hebestreit, die Konferenz. Vogel und Kannengießer betonten beide die große Bedeutung des afrikanischen Kontinents und wie sehr dieser noch immer unterschätzt und häufig einseitig perspektivlos dargestellt werde. Diese Situation zu verbessern, allen Menschen in Afrika Perspektiven zu bieten, sei deswegen umso wichtiger, sagte Vogel. „Langfristig wird es uns nur gut gehen, wenn auch die Menschen in Afrika von wirtschaftlicher Teilhabe profitieren und in Frieden leben.“ Vor allem den vielen jungen Talenten müssten mehr Möglichkeiten und Chancen angeboten werden, eine Existenz zu gründen, so Vogel. Dr. Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika Vereins der deutschen Wirtschaft, griff diese Thematik ebenfalls in seiner Keynote auf. Auch er unterstrich die Bedeutung der Privatwirtschaft für die wirtschaftliche und demokratische Entwicklung des Kontinents und rief deutsche Unternehmer auf, sich noch stärker in Afrika zu engagieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Menschen auszubilden.

Wie wichtig der Ausbau dieses Engagements ist, machte Dr. Reiner Klingholz, Geschäftsführender Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, deutlich. In seinem Vortrag stellte er die Migrationsströme dar und eröffnete darin neue Perspektiven auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte in Europa. So veranschaulichte er gut nachvollziehbar die innerafrikanischen Migrationsbewegungen, deren Zahlen um ein Vielfaches höher liegen als die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Und machte damit einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar das Engagement vor Ort ist.
Das bestätigen auch die zahlreichen afrikanischen Botschaftsvertreter, die ihre Sichtweise im Hinblick auf das Thema Migration wiedergaben. Sie betonten, dass mehr deutsche Unternehmen beginnen sollten, das Potential des afrikanischen Marktes zu erkennen und zu nutzen.

Abschließend fasste Christoph Kannengießer vom Afrika Verein der deutschen Wirtschaft die drängendsten Herausforderungen zusammen, mit denen sich der afrikanische Kontinent, auch in der Zusammenarbeit mit Europa, beschäftigen müsse. Nämlich Demokratie, Sicherheit, Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dabei müsse der Privatsektor in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen, um die Lebensbedingungen in Afrika zu verbessern und somit Migration aus Armutsgründen zu vermeiden und Stabilität und Frieden zu ermöglichen.