Existenzgründung in Tunesien

Roundtable zum Thema "Chancen der Existenzgründungsförderung im Kontext der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Tunesien"

Tunesien gehört zu den großen Chancenländern in Nordafrika. Das Land am Mittelmeer bietet enormes Potential für wirtschaftlichen Aufschwung und hat seit der sogenannten Jasminrevolution eine in ihrer Dynamik beispiellose demokratische Entwicklung vollzogen.

Nach wie vor steht Tunesien jedoch noch am Anfang dieser Entwicklung. Die Probleme im Land, die damals Auslöser für die Revolution waren, sind nicht behoben – hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde Investitionen und fehlende Perspektiven für die vergleichsweise gutausgebildete Jugend stellen noch immer die größten Herausforderungen dar.

Die Westerwelle Foundation - Stiftung für internationale Verständigung möchte in Tunesien Impulse geben, um den vielen jungen und ambitionierten Menschen in dem Aufbruchland Perspektiven aufzuzeigen und zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung beizutragen. Dabei engagiert sich die Stiftung für Existenzgründungsförderung. Gemeinsam mit ihrem Partner enpact e.V. will die Westerwelle Foundation ein Gründerzentrum in Tunis errichten, eine zentrale Anlaufstelle für Gründer und Jungunternehmer, an der Stakeholder für das Unternehmertum im Land vertreten sind. Es soll ein Ort werden, an dem Ideen Wirklichkeit werden, mit Raum für neue Geschäftsideen, Zugang zu nationalen und internationalen Programmen sowie Beratungs- und Betreuungsangeboten auf dem Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit.

Die Westerwelle Foundation lud im Mai Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu einem Roundtable zum Thema „Existenzgründung in Tunesien“ in Tunis ein, um mit ihrem Partner enpact e.V. über das geplante Projekt zu informieren und sich über konkrete Herausforderungen und Chancen auszutauschen. Die 30 internationalen Teilnehmer, vornehmlich aus Deutschland und Tunesien, diskutierten und identifizierten gemeinsam Ansätze, Existenzgründung in Tunesien fördern zu können. Insbesondere die Notwendigkeit, alle wichtigen wirtschaftlichen und politischen Akteure einbinden zu müssen, wurde von allen Seiten betont, um auch beispielsweise die hohen bürokratischen Hürden bei der Unternehmensgründung überwinden zu können. Angesichts einer Arbeitslosenquote von 31,4 Prozent unter Hochschulabsolventen wurde auch über den Förderbedarf zum Ausbau der Angebote für berufliche Bildung diskutiert. Und nicht zuletzt sprachen viele Teilnehmer den Mangel an Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer an.

Dem Fazit, diese Herausforderungen zu überwinden, die weitaus mehr Chancen als Risiken in Tunesien zu nutzen für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, schlossen sich alle Teilnehmer des Roundtable an.