Existenzgründer schaffen neue Chancen für Tunesien

Bundespräsident a. D. Christian Wulff und der Afrikabeauftragte Günter Nooke besuchen Startup Haus Tunis.

Tunesien hat sich auf einen langen Weg zu mehr Demokratie und Marktwirtschaft begeben und geht ihn trotz aller Hindernisse und Rückschläge konsequent weiter. Der gesellschaftliche Umbruch motiviert viele junge Tunesier dazu, ihre Ideen umzusetzen und sich ihre eigene Existenz aufzubauen. So schaffen sie neue Chancen für Tunesien. Wie diese Chancen genutzt werden und wo die Herausforderungen derzeit liegen, hat die Westerwelle Foundation am 28. November 2016 mit  Gästen diskutiert. Unter dem Motto „Existenzgründer schaffen neue Chancen für Tunesien“ hatte die Westerwelle Foundation Christian Wulff und Günter Nooke im Vorfeld der Investorenkonferenz „Tunisia2020“ ins Startup Haus Tunis eingeladen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bundespräsident a. D. Christian Wulff. Er zeigte sich beeindruckt von der jungen Gründerszene in Tunesien. „Man spürt sofort beim Betreten des Startup Hauses den unbedingten Willen und die Leidenschaft der jungen Gründer, die ihr Leben selbst gestalten wollen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie ihre Chance nutzen, die ihnen die Westerwelle Foundation hier bietet“, so Christian Wulff. Der ehemalige Bundespräsident plädierte dafür, Afrika mehr ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit zu rücken. „Wir müssen unser Wissen über Tunesien ausbauen und es für eine gemeinsame partnerschaftliche Zukunft nutzen, denn Tunesien bietet vor allen Dingen große Chancen“, sagte Wulff.

Auch der Persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Günter Nooke, teilte diese Auffassung: „Es ist in unserem deutschen Interesse, dass es Afrika gut geht“, erklärte Nooke. „Letztlich schafft nur nachhaltige Wirtschaftsentwicklung eine bessere Lebensperspektive.“ Nach seinem kurzen Input diskutierte Günter Nooke mit jungen deutschen und tunesischen Gründern und Investoren: Yassine Oussaifi (AfricaInvest), Amel Saidane (Association Tunesian Startups and Westerwelle Young Founder) und Jochen König (Cosmonauts&Kings).

Der Generalsekretär der Westerwelle Foundation, Alexander Vogel, erläuterte den Gästen aus Deutschland das Konzept des Startup Hauses Tunis. „Wir unterstützen junge Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Wer wirtschaftlich erfolgreich ist, seine Familie versorgen kann und die Chance auf ein besseres Leben hat, der wird seine Heimat nicht verlassen. Das ist auch ein ganz konkreter Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung“, so Vogel. „Es wird uns in Europa auf Dauer nicht gut gehen, wenn es unseren Nachbarn schlecht geht.“

Das Startup Haus in der Innenstadt von Tunis ist Anlaufstelle und zentraler Treffpunkt für Existenzgründer und junge, wirtschaftlich interessierte Menschen. Das Zentrum bündelt in Kooperation mit lokalen Partnern bestehende Initiativen und Angebote unter einem Dach: Startups, angehende Gründer und Interessierte erhalten in dem Zentrum den nötigen Büroraum und Technik, die Gelegenheit zum Austausch mit Gleichgesinnten, den Zugang zu nationalen und internationalen Programmen, Beratung und Workshops sowie Kontakt zu potentiellen Investoren, Behörden und Rechtsberatung.