Lunch Discussion mit Philip D. Murphy zu TTIP

Wie kaum ein zweites Thema polarisiert das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP Politik und Bevölkerung – vor allem diesseits des Atlantiks. Vor dem Hintergrund des völkerverbindenden Elements des Abkommens lud die Westerwelle Foundation Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu einer Lunch-Discussion in den Räumen der Stiftung ein. Als Ehrengast nahm der frühere US-Botschafter in Deutschland Philip D. Murphy teil.

Dr. Guido Westerwelle, Vorsitzender des Vorstandes der Westerwelle Foundation, wies in seinen Begrüßungsworten darauf hin, wie wichtig es sei, die Debatten um TTIP konstruktiv zu führen, weniger von Emotionen und diffusen Ängsten bestimmt, die in der Bevölkerung leider weit verbreitet seien. „Die Bedenken und vermeintlichen Argumente gegen das Abkommen beschränken sich größtenteils auf die Schlagwörter Chlorhühnchen und Hormon-Steak“, sagte Westerwelle. Es sei ein weit verbreitetes und nachweislich falsches Vorurteil, dass die Standards in den USA grundsätzlich niedriger wären als in Europa. Statt Panikmache müssten Fakten die Diskussionen bestimmen und nicht umgekehrt. TTIP sei zu wichtig – „für uns alle“, betonte Westerwelle. Philip D. Murphy, von 2009 bis 2013 US-Botschafter in Deutschland, stimmte dem zu. Seiner Meinung nach vermischten sich zu viele gegenstandsfremde Themen in die TTIP-Thematik. So gehörten die Diskussionen um die Geheimdienste beispielsweise nicht in den Freihandels-Kontext. Beides seien wichtige Themen mit großer Bedeutung für die transatlantischen Beziehungen – aber jedes stehe für sich. Murphy sprach sich selbstredend für die Einführung des Freihandelsabkommens aus. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen werden von TTIP profitieren“,  prophezeite Murphy.

Weitere Gäste der Lunch-Discussion waren unter anderem: Dieter Janecek, MdB und wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Karsten D. Voigt, Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Rüdiger Lentz, Geschäftsführender Direktor des Aspen Institute Deutschland, Heike MacKerron, Direktorin des German Marshall Fund in Berlin, Reinhold Robbe, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, und Béla Anda, Stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung.